Die Klingel läutet Sturm, offensiv und kriegslustig, zeichnen sich die Venen auf meiner Arminnenfläche. Blaublütig im Angesicht der Tatsachen strömt der Schuss in die empfindlichen Regionen. Im Gedanken bei den letzten Sonnenstrahlen die in ihrem Schoß versanken, als die Sonne unterging und den Rest des gelben Lichtes anderen Überließ.
Im Moment des Türe öffnens, noch bevor ich innerlich den Wunsch äußere die Klinke zu berühren, das Metall zu bewegen, den Scharnieren zu zulauschen, wie sie ihre rostigen Stimmchen gegeneinander erheben, rennen sie mir die Tür ein. Einer nach dem Anderen, geschlossene Gesellschaft. Einen der Dunklen spreche ich an, entsetzt, empört und blass.
Der Streif der kalten Schulter lässt mir einen gesprenkelten Schauer übrig.
Nach dem Durchstöbern der intimsten Räumlichkeiten, nachdem ich den Dreck fest in den Fasern des Bodenbelages eingearbeitet sehe, stellt sich mir ein Hauch durch pelzige Zunge gefärbter Atem. Plötzlich gewinne ich an Bedeutung. Ballernde Laute dringen an mein Ohr.
“Wo ist sie?” “Wo ist wer?”, druckse ich herum. Berauschenderweise klingt seine Stimme weder feindselig noch beanspruchend. Mechanisch und dennoch bestimmt formen seine rosigen vollen Frauenlippen. “Wo befindet sich ihre Frau?” Ein starker Blick hinter buschigen Brauen drängt mich zur Antwort. Panisch erkläre ich irgendetwas, dass plausibel wirkt.
Eine Spur von Misstrauen setzt sich in seinen linken Nasenflügel. Er wellt sich und hebt ab.
Theatralisch seine Geste, durch die ich mitgeschleift werde.
Totales Entsetzen, Widerstand, poröse Schreie, Aggressionen.
Von oben nach unten, wie es die Supression vorschreibt.


29.1.2006
Bereits die Dämmerung bringt Laute fremden Naturals.
Ich schrecke auf, beobachte die Schatten, die am Gewölbe vorüberziehen, als wären sie rastlose Wanderer einer unruhigen Strecke.
Bilder von ihr gebe ich nicht preis, sie sind mein.
Auch das vergilbte Schulfoto aus einer scheinbar nie da gewesenen Zeit, auf dem die Jugend ihr beflügeltes Lächeln demonstriert und sie so gut wie nicht erkennbar ist.
Ein graues Gesicht unter vielen.
Und sind es die ehrlichsten Gesichtszüge die sie schmücken.
Alles dahin.
Ein Zugvogel auf seinen vorherbestimmten irreversiblen Reise in eine andere Welt.
Überwürzt ist die Zukunft.
Zu süß, zu fettig, zu salzig.


24.11.2005
Ungereimtheiten kratzen meine Tiefsinnigkeit ab.
Bei genauerem Ertasten merkt man,
dass sich Bewegung hinter dem Stillstand verbirgt.
Denn alles rotiert und rotiert und rotiert,
um die selbe Gott beschissene Achse.
Und all das ist Gott gegeben.
Gott gab uns Grenzen und die Möglichkeit diese zu erforschen.
Nur um der Langeweile vorzubeugen, die uns befallen würde.
Gott stirbt erst, wenn wir sterben.


17.11.2005
Alles was dich attraktiv macht
Ist meine Phantasie
Die mich in ungeahnte Welten leitet
Alles andere zu vergessen


15.11.2005
"Trage keinen Neid dem höchsten Ast eines Baumes zu, er muss jeden Tag für seinen Mut bezahlen. Morgens, wenn ihn die Sonne blendet und erhitzt, mittags wenn die Regentropfen schwer auf ihn niederfallen, abends wenn der kühle Wind ihn hin und her reißt und mit jeder Bewegung sich erneut die Frage stellt ob sich dieses oder erst nächstes Mal der Tod einstellt."

Das sagt sie und ich gucke sie an.
Immernoch fasziniert von einer ununterdrückten Schönheit ihrerseits. Und wär sie hässlich, ich würde genauso starren und an dem Liebreiz ihrer Hässlichkeit Gefallen finden.
Und wär sie ein Krüppel, dessen Körperglieder in alle möglichen Himmelsrichtungen zeigen, ich würde sie auf Händen tragen, um der Abnutzung ihrer Extremitäten vorzubeugen.



18.10.2005
Es surrt und surrt, es hört nicht auf. Mein Kopf gleich einem Kerker für ein rebellierendes Insekt. Belebt durch viele hundert Stimmen, die durcheinander, übereinander und untereinander für sich dahin leben, als hätte sie niemand zu ordnen gewusst. Bergeweise Herzklopfen bringt meine niederkniende Pumpe zur Welt. Der Kiefer zittert roh im Takt der alptraumhaften Melodie, die ich zu bändigen nicht weiß und zu dirigieren ich nicht wage. Bedenkenlos treibt sie ihren Haken in die Tiefen meiner Unschuld. Lose mache ich mich auf den Weg alles aufzuhalten, nichts gehen zu lassen, bis alle Funken, groß und klein, in dem Vulkane letzte Worte glimmen.
"Ich kann nicht schlafen, ich kann nicht schlafen!",
brülle ich voll Tatendrang aus der Kehle.
"Er kann nicht schlafen, kann nicht schlafen!",
macht es die große Runde.


2.2008
Ich schüttele sie, ich schüttele sie immer wieder, will ihre Früchte sehen, wie sie herunterfallen und Abgründe begraben. Die schmerzerfüllten Augen bedecke ich mit Fäusten, hungrigen weltoffenen Fäusten voll dringender Tötungsabsicht. Schläge prasseln nieder, vertragen sich mit Schreien, kopulieren mit den weichen Formen einer irrealen Schönheit. Federnd gibt die Haut ein Stück nach, jedesmal. Immer zu dringe ich ein in unerlaubte Gebiete erforschter Kontinente auf einer Expedition ohne Rang und Namen. Mit eigenen Waffen, mit eigener Stärke besiege ich den Wiederstand und begnüge mich nie mit errungener Beute, dringe immer tiefer ein in schutzloses Terrain bis Blut wie Wasser fließt wie der Quell der Jungfrau Maria an einem eher ländlichen Ort jenseits der Welt. Befleckt schreite ich zurück, beginne immer zu erneut an Anfängen und Abgründen. Vertiefungen und Erhebungen lassen mich in Geschwindigkeit und Intensität schwanken. Regelmäßig halte ich inne, schlage die Hände am Kopf zusammen und denke nach, versuche Ordnung zu schaffen. Wo fängt der Trieb an und wo die Vernunft? Alles was ich spüre dreht sich in mir wie der Wind eines Tornados, hält mich gefangen in seiner Mitte. Wortfetzen, Bildfetzen, Stimmen wehen blitzschnell an mir vorbei, kann sie nicht halten noch vernichten. Was ich kann führen meine Hände aus, formen meine Impressionen in lebendes Fleisch, hämmern, schlagen, brechen, agglomerieren, fügen zusammen und feilen im Bereich des Möglichen. Ich ertrinke. Betrunken durch Emotionen, Völlegefühl durch Gedankenbrei, Blähungen durch expandierende Gedankenblasen.
Am Grund unter mir halte ich mich fest, zerkratze dabei unwillkürlich Elemente während ich mich auf Grundbauten stütze um nicht einzukrachen wenn der Kampf vorbei ist, wenn nur noch eine hölzerne Konstruktion von Geschehnissen und Heldentaten berichtet, während Inhalte längst einem jahrtausende alten Abbauprozess einer bestimmten Art von Mikroorganismen ausgesetzt ist, dem noch kein Wissenschaftler seinen Namen geschenkt hat, und somit nicht existiert. Doch ich existiere, Existieren ist alles was mich noch am Leben hält.
Morsche Holztüren die nirgendwohin führen. Weggabelungen die erst beim Beschreiten in einer Mauer enden und vorher mit goldenen Gaben frohlocken. Gegen die Wand.
Es endet in einer katastrophalen Bedürfnissbefriedigung, lärmend in Räumefüllendem Stöhnen, zerkratzt im Wahnsinn, der Bäume brechen kann nur durch einen einzigen Atemzug.
Verbrauchte Luft zirkuliert in gierigen Bronchienzweigen, verteilt sich im Blut und dürstet nach mehr. Glaube ich nur zu atmen? Wer ist das, mein Körper, der die Herrschaft übernimmt, ob ich atmen will oder ersticken? Fremdbestimmt gehe ich in die Knie, atme ein, atme aus.
Der Wunsch geschlechtlos zu sein befällt mich.



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